Die Adventzeit ist die Zeit der Vorbereitungen auf Weihnachten, für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr. Advent gilt auch als die stillste Zeit im Jahr. Der Name „Advent“ stammt aus dem lateinischen (adventus) und bedeutet übersetzt „Ankunft, Erwartung des Herrn“. Im 5. Jahrhundert wurde im Gebiet um Ravenna in Italien erstmals Advent gefeiert.

Die Adventsliturgie wurde im 6. Jahrhundert von Papst Gregor dem Großen festgesetzt. Er bestimmte auch die Anzahl der Adventsonntage. Die 4 Wochen deuten symbolisch auf 4000 Jahre, die die Menschheit nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten musste. Papst Pius V. verfasste später endgültig die römische Adventsliturgie für die Kirche.

Der erste Adventkranz in Deutschland wurde von Johann Hinrich Wichern im Jahr 1839 vor der Betreuungsanstalt für Waisenkinder "Rauhes Haus" aufgestellt. Insbesondere für Kinder gibt es seit 1908 gedruckte Adventskalender verschiedenster Ausprägung, seit 1920 mit zu öffnenden Türen.

Eine deutliche Veränderung des Brauchtums im Advent ist seit dem 20. Jahrhundert zu beobachten. Wurde er ursprünglich als Fastenzeit begangen, wird in der Gegenwart das zu erwartende Weihnachtsfest (nicht zuletzt durch verschiedene Marketingaktionen und -instrumente) zunehmend in den Advent vorverlegt. Die meisten Familien feiern heute den Advent mit einem Adventkranz, festlich geschmückt mit vier Kerzen., von denen an jedem Sonntag jeweils eine weitere angezündet wird.

Der Adventkranz soll Symbol für den Kampf der Christen gegen das Dunkle im Leben sein.

Mit dem ersten Advent beginnt in der katholischen und den evangelischen Kirchen das neue Kirchenjahr. Es beginnt in seinen biblischen Texten mit Stille und Abgeschiedenheit, es beginnt mit Sehnsucht und Erwartung. Der Anfang des Kirchenjahres markiert den Anfang eines Weges auf ein besonderes Fest hin: das Fest der Menschwerdung Gottes. Wenn Gott Mensch wird, bedeutet das die Umkehrung aller Verhältnisse, in denen wir uns widerstandslos, blind und bequem eingerichtet haben. Zwar ist Christus vor nunmehr über 2000 Jahren auf die Welt gekommen, um die Menschheit zu erlösen, aber noch wartet die Welt auf das Kommen des Herrn in „Macht und Herrlichkeit“.

Die Frage, wie wir mit unserem Leben vor den kommenden Herrn hintreten können, bringt einen heilsamen Ernst in die Vorweihnachtszeit. So steht jedes Jahr am Anfang eines neuen Kirchenjahres der Ausblick auf die erhoffte letzte Vollendung der Erlösung. Gott selbst bedeutet uns, umzukehren aus allem, was wir festhalten, ja sogar verteidigen, obwohl es uns und anderen Schaden zufügt.
Wenn wir uns dies bewusst machen, nehmen wir uns auch die Zeit, uns auf die Ankunft des Herrn in der richtigen Weise vorzubereiten. Werden wir also wach für das, was uns von Gott her erwartet.

verfasst von: Frau Elisabeth Mudrich