Pädagogische Zielsetzungen unserer Einrichtung

In den ersten Lebensjahren eines Kindes werden durch Erziehung und Umwelt Grundsteine für seine Entwicklung angelegt, die für das spätere Leben von wichtiger Bedeutung sind. Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess, der mit unterschiedlichen Schwerpunkten verläuft und an dem die jeweiligen biologischen Voraussetzungen, das Umfeld, sowie jeder Einzelne lebenslang mitwirken.

Spielen ist mehr als kindlicher Zeitvertreib. Es ist Lernen und Forschen im ursprünglichen Sinn: durch Nachahmung und Improvisation, durch Versuch und Irrtum, mit Kreativität und Ausdauer. All das bringen Kinder zum Spielen mit, getrieben von der unendlichen Neugier, den Dingen auf den Grund zu gehen. Alles müssen sie anfassen, befühlen, be- greifen. Nicht nur den eigenen Körper und die Spielsachen, sondern die Butter auf dem Tisch, die Blumenerde oder die Stereoanlage. Nichts ist heilig, und es gibt keinen Unterschied zwischen Gefährlichem und Harmlosem, Zerbrechlichem und Robustem. Alles kann für alles verwendet werden. Die Butter eignet sich zum Schmieren und hinterlässt glitschige Spuren, die Blumenerde färbt die Erde und den Boden dunkel ein, die Stereoanlage gibt Töne von sich.

Ein Kind lernt nur durch Erleben und Erfahrungen. Nur über Spielerfahrungen begreifen Kinder Gesetzmäßigkeiten wie Ursache und Wirkung. Sie steigern ihre Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit, formen intellektuelle Fertigkeiten und legen damit den Grundstein zum planenden und logischen Denken. Dabei ist jede neue Erfahrung von dem Bedürfnis begleitet, sie oftmals zu wiederholen. Erst viele Wiederholungen festigen die Eindrücke, und es entsteht eine allmähliche Vorstellung über Gegenstände, Raum, Zeit und Kausalzusammenhänge. Kinder brauchen tägliche wiederkehrende Rituale.

In riesigen Schritten entwickeln sich gesunde Kinder zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr. Sie nehmen ihre Umwelt immer differenzierter und genauer wahr und lösen sich dabei aus einer Weltansicht, in der sie sich bis jetzt als Mittelpunkt empfanden. Sie können immer besser die Sichtweisen anderer Menschen berücksichtigen, Bedürfnisse anderer erkennen und sich in andere hineinversetzen.

Gleichzeitig gelingt es ihnen immer besser, gemeinsam zu spielen. Sie erweitern ihren Erfahrungsraum und drängen nach Selbstständigkeit.

Mit dem Spracherwerb erobern sie sich völlig neue Welten, schulen ihr Denken und erleben erstmals, dass sie nicht nur in körperlicher Kommunikation gefangen sind, sondern sich auch mit Worten mitteilen können. Gleichzeitig werden die Ausdrucksformen immer feiner und differenzierter.

Wir sehen unsere Aufgaben darin, Kinder jeglichen Alters als eigene Persönlichkeiten anzunehmen, sie in ihrer Entwicklung ganzheitlich zu fördern, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und somit beste Voraussetzungen zum Lernen und zum Erwerben von Bildung zu schaffen. Wir möchten Eltern in der Erziehung und Bildung ihrer Kinder unterstützen und stehen Ihnen als Zuhörerin und Beraterin zur Seite, wenn es um das Wohl Ihres Kindes geht.

Wir schaffen für die Kinder der unterschiedlichsten Altersgruppen im Tagesablauf vielfältige Möglichkeiten der Begegnung und des miteinander spielen. Kinder aller Altersgruppen profitieren davon, gemeinsam mit anderen aufzuwachsen und voneinander zu lernen. Sie erfahren so frühzeitig gegenseitige Rücksichtnahme, Achtung vor den Mitmenschen und Toleranz. Sie erleben Gemeinschaft, Zusammenhalt und Schutz. Jüngere Kinder lernen von älteren Kindern, schließen Freundschaften und erfahren Vorbilder.  

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