St. Klara - News 29. Mai 2017

Breslau, Krakau und der Annaberg

Gemeinsame Gemeindefahrt der Pfarrei St. Birgid und des Kirchorts St. Klara

Früh am Sonntag, den 14. Mai 2017 waren sie aufgebrochen, die 43 Mitglieder der katholischen Pfarrei St. Birgid und der Kirchortgemeinde St. Klara zu ihrer gemeinsamen Gemeindefahrt nach Polen, genauer nach Schlesien. Unter den Teilnehmern waren zumeist Senioren, und viele von ihnen stammten aus Oberschlesien, hatten dieses Land, das nach dem 2. Weltkrieg zu Polen kam, verlassen müssen oder konnten später ausreisen. Viele von ihnen waren noch der polnischen Sprache mächtig, hatten Verwandte und Bekannte dort. Die lange Fahrt mit dem Bus ging nach Oppeln, der alten Hauptstadt Oberschlesiens. Inmitten sattgrüner Wiesen und leuchtend gelb blühender riesiger Rapsfelder wohnten die Teilnehmer in zwei von Familien geführten Hotels in Polnisch-Neudorf, ca. 12 km von Oppeln entfernt.

Von hier ging es am Montag nach Breslau, der Partnerstadt Wiesbadens und der Hauptstadt Niederschlesiens. Im Krieg stark zerstört wurde die Stadt von den neuen Besitzern wiederaufgebaut, die historischen Gebäude wie der Dom, das Rathaus mit seinen Bürgerhäusern um den Marktplatz liebevoll restauriert. Einige Teilnehmer, die vor mehreren Jahren schon einmal Breslau besuchten, waren beeindruckt von dem städtebaulichen Fortschritt, die die mittlerweile schönste Stadt Polens in den letzten Jahren vollzogen hat: jung, dynamisch, westlich ausgerichtet.

Der Dienstag war der alten polnischen Königsstadt Krakau gewidmet. Der Wawel, das alte Königsschloss mit dem Dom, hoch über der Weichsel gelegen war der erste Anlaufpunkt der Gruppe. Dann ging es in die Altstadt. Vor einem Gewitterschutt rettete sich die Gruppe just in jenes Haus, das Papst Johannes Paul noch als Kardinal bewohnt hatte und heute ein Museum ist. Der riesige Marktplatz mit den Tuchhallen, aber vor allem die Marienkirche mit dem bekannten Altar von Veit Stoß waren die Highlights des Tages.

Die Stadt Oppeln an der Oder stand Mittwochvormittag auf dem Programm, eine Messe in der kleinen Kirche der deutschen Minderheit und eine Stadtführung. Auffällig war, dass die Innenstadt Oppelns doch unter dem Bau riesiger Einkaufszentren (größer als jedes in Wiesbaden) am Stadtrand leidet, denn viele kleine Geschäfte sind wegen der Konkurrenz der internationalen Handelsketten verschwunden.

Nachmittags ging es nach Tschenstochau, Jasna Gora, der religiösen Hauptstadt Polens. Zur dort im Paulinenkloster ausgestellten Schwarzen Madonna von Tschenstochau pilgern jährlich bis vier Millionen Polen, im Monat Mai vor allem die Kommunionkinder dieses Jahres, die in ihren weißen Kleidern busweise aus allen Landesteilen anreisen . Höhepunkt des Pilgerjahres ist der 15. August, Mariä Himmelfahrt. Viele Teilnehmer der Fahrt stellten fest, dass die dort geübte Volksfrömmigkeit nicht immer unserer westlichen Glaubenspraxis entspricht.

Der Höhepunkt der Reise war am Donnerstag eine gemeinsame Messe, zelebriert von Pfarrer Schindling aus Bierstadt, in der barocken Wallfahrtskirche auf dem Annaberg, dem Nationalheiligtum der Schlesier. Anna ist die Mutter Marias und wird von den Schlesiern besonders verehrt.

Am Freitag, den 19. Mai sind die Senioren abends wieder wohlbehalten zurückgekehrt. Auch das schwere Unwetter, das der Bus in Thüringen durchfahren musste, hatte keine negative Auswirkung.

Insgesamt war es eine in den technischen Einzelheiten von Anton Nowak aus St. Klara gut vorbereitete gelungene Reise, die den Teilnehmern viele neue Eindrücke bescherte, bei vielen auch alte Erinnerungen und Kontakte auffrischte. Tägliche geistliche Impulse durch das mitgereiste Pastoralteam der Pfarrei St. Birgid (Pfarrer Frank Schindling, Gemeindereferent Johannes Mockenhaupt und Sozialerbeiter Pawel Meister) gaben der Reise schon fast den Charakter einer Pilgerfahrt.

Text und Bilder: Dr. Wolfgang Rollig

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