St. Klara - News 15. April 2017

Gemeinsam das Brot geteilt

Eindrucksvolle Tischmesse am Gründonnerstag in St. Klara

Jesus versammelte am Vorabend vor seinem Leiden seine Jünger um sich, um mit ihnen nach jüdischer Tradition das Pessach-Fest zu feiern. Die Juden erinnern durch dieses Fest an den Auszug ihres Volkes aus der ägyptischen Gefangenschaft. Jesus lebte als Jude in der Tradition seines Volkes und beging daher mit seinen Freunden das „Fest der ungesäuerten Brote“. Aus der Heiligen Schrift kennen wir alle seine Worte bei der Einsetzung der Eucharistie und seine Handlung dabei, das Brechen und Verteilen des Brotes.

Genau diese Handlung Jesu, das gemeinsame Brotbrechen und –verteilen, stand im Mittelpunkt der Tischmesse, die die Kirchortgemeinde St. Klara an Gründonnerstag zusammen mit Pfarrer Heimburger feierte.

90 Gemeindemitglieder und Gäste nahmen an 8 langen Tischen, die strahlenförmig um den Altar aufgebaut und festlich gedeckt waren, Platz. Alles war auf das zentrale Thema des Brotbrechens, des Brotteilens und des Brotverteilens abgestimmt: die Lesung des Paulusbriefes, der über die Einsetzung des Sakraments berichtet, das Evangelium, das von der wunderbaren Speisung der 5.000 erzählt, die Predigt, die ein entsprechendes Bild des Künstlers Sieger-Köder als Aufhänger hatte, die Fürbitten und auch die Transformation der theologischen Aussagen in die heutige Welt - die Gemeinde hatte zwei Vertreter der Wiesbadener Tafel eingeladen, die mit Abstand der größte Brotverteiler in Wiesbaden ist. Pro Ausgabetag werden rund 800 kg. Backwaren an Bedürftige ausgegeben.

Dr. Rollig führte mit den Herren Hoffmann und Bothmann ein kleines Interview, in dem die Arbeit der Tafel vorgestellt wurde. Am Ende des Gesprächs konnte Dr. Rollig der Tafel eine Spende von 700 Euro übergeben, die aus dem Überschuss des Erntedank-Essens 2016 und des Pizza-Essens anlässlich der Fastnacht 2017 stammten.

Zur Gabenbereitung brachten die Liturgiehelfer pro Tisch eine Schale mit Brot und einen Becher mit Wein zum Altar. Zur Kommunion wurde das Brot von den Kommunionhelfern an den Tischen gebrochen und an die Tischgenossen verteilt, die dann das Brot in den Becher mit Wein als Christi Blut tauchen konnten.

Bei der abschließenden Überführung des Allerheiligsten in die Sakristei wurde die Stelle des Evangeliums gelesen, in der Jesus am Ölberg betet und seine ihn begleitenden Jünger zweimal schlafend vorfindet.

Den Gottesdienst gestaltete musikalisch der Flötenkreis von Frau Küter und Frau Burghard am Klavier.

Nach dem Gottesdienst folgten fast alle der Einladung zur Agapefeier. Bei Rotwein, Weintrauben, Käse und frischem Fladenbrot saß man bei lebhaften Gesprächen noch lange zusammen.

Der Helferkreis, der die Kirche wieder für die Gottesdienste an Karfreitag und Ostern umräumte und das Geschirr spülte und aufräumte, verließ kurz vor Mitternacht das Gemeindezentrum. Ihnen allen sowie Pfarrer Heimburger, den Liturgiehelfern, dem Flötenkreis und Frau Burghard ein herzliches „Vergelt´s Gott“.

Text: Dr. Wolfgang Rollig
Fotos: Lutz Heuss und Dr. Wolfgang Rollig

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