St. Peter und Paul - News 17. Mai 2017

Pilgerfreizeit (UPDATE / vollständiger Reisebericht)

Schiersteiner Gemeinden im Lutherjahr 2017

Nach 2013 nun zur 2. Pilgerfahrt ist eine Gruppe ökumenisch unterwegs auf den Spuren der drei Mystikerinnen von Helfta und von Martin Luther im Jubiläumsjahr 2017.

Montagfrüh begann die Reise mit der Bahn über Erfurt nach Lutherstadt Eisleben.

Geschichte des Klosters St. Marien zu Helfta

Aufblühen
Im Jahr 1229 gründeten Graf Burchard von Mansfeld und seine Gemahlin, Elisabeth von Schwarzburg, nahe ihrer Burg in Mansfeld das Kloster St. Marien. Sieben Cistercienserinnen verließen das Kloster St. Jakob und Burchardi in Halberstadt und zogen in das neugegründete Cistercienserinnenkloster in Mansfeld ein. Nach mehrmaliger Verlegung fand am 3. Juni 1258 die feierliche Einweihung des Klosters in Helfta statt. In der Folgezeit erlebte das Ordenshaus unter der Leitung der Äbtissin Gertrud von Hakeborn seine Blütezeit. Der zahlenmäßig starke Konvent betrieb eine Klosterschule, erhielt reiche Schenkungen und wurde zur Wirkungsstätte der berühmten Mystikerinnnen Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hakeborn und Gertrud der Großen.

Niedergang
Nach mehreren Plünderungen im 13. und 14. wurde das Kloster 1343 erneut verlegt - vor die Stadtmauer von Eisleben. Doch auch hier waren die Nonnen nicht sicher und im Jahre 1525 flüchteten die letzten verbliebenen Nonnen während einer erneuten Verwüstung des Klosters. Im Jahr 1542 wird das Kloster schließlich im Rahmen der Säkularisierung ein letztes Mal urkundlich erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer, bevor das Gelände im Jahre 1945 in ein “Volkseigenes Gut” der DDR umgewandelt wird.

Wiederaufbau
Ende des 20. Jahrhunderts schlossen sich Vereine für den Wiederaufbau des Klosters Helfta zusammen und konnten gemeinsam genug Spenden sammeln, um das Gelände zu kaufen. Im Frühjahr 1998 begonnen die Bauarbeiten am Kloster unter der Bauherrenschaft des Bistums Magdeburg. Am 13. August 1999 zogen nach mehr als 450 Jahren wieder Cistercienserinnen in Helfta ein.

Hier ein Link zum Kloster Helfta

Fotos im Kloster Helfta aus dem Jahr2013:

Die Anreise mit ICE von Wiesbaden bis Erfurt wurde in Gotha unterbrochen mit einem Zwangsaufenthalt  von 65 Minuten. Dadurch verzögerte sich die Weiterreise mit der RB nach Lutherstadt Eisleben.

Nach dem Abendessen traf sich die Gruppe zur ersten Runde im Gästehaus mit anschliessendem gemütlichen Ausklang.

Blick vom Gästehaus in Richtung Liboriushaus und Klosterkirche St. Marien

Dienstag, ein ruhiger Tag im Kloster und mit den Schwestern, Teilnahme an den Gebetszeiten in der Kirche. Mittelpunkt am Vormittag war ein Gespräch mit Sr KJara Maria (Subpriorin). Seit 1999 ist sie hier in Helfta mit den übrigen Gründungsschwestern. Sie berichtete über Ihre Tätigkeit, über das wiedererstehende Kloster, die Fragen dazu und die Verhandlungen mit den kirchlichen und weltlichen Stellen.

Die Klosterkirche und die übrigen Klostergebäude erkundete die Gruppe am Nachmittag und anschliessend ein besinnlicher Rundgang durch das lebendige Labyrinth, das von der KFD Deutschland auf dem Gelände des Klosters geschaffen wurde. Hilfmittel dabei waren meditative Fragen im Pilgerheft.

Mittwoch war unser Pilgertag (per Bahn) nach Lutherstadt Wittenberg. Im Zug gab es durch Pfr. Falk eine einleitende Vorlesung über Martin Luther. In Wittenberg erwartete uns Pilger Paul mit Erinnerungen an Orte der Reformation. Wir pilgerten durch Lutherstadt Wittenberg und überlegten an ausgewählten Plätzen –  u. a. mit Bibellesungen und  Gebeten – was es heute heißt, ein Christ zu sein. Dabei wurden gleichzeitig alle Wirkungsstätten der Reformation in Lutherstadt Wittenberg besucht und erläutert. Verstärkt wurden seine Worte durch Erinnerungen an seine Pilgerreisen, u. a. auf dem Jakobsweg. Es war eine legendige Stadtführung, bei der die Zeit sehr schnell überzogen wurde.

Donnerstag wurde in einer Stadtführung auf Luther-Spuren die Stadt Eisleben erkundet. Positiv auffallend war dabei der christliche Hintergrund unserer Führerin. Sie sprach immer wieder von „unsere Gemeinde“ oder aus ihren Erfahrungen zu DDR-Zeit und danach. Die Führung endete in der St. Petri und Pauli-Kirche.

Tauferinnerungsgottesdienst in der Pilgerfreizeit

Am vierten Tag der Freizeit haben wir uns auf die Spuren Martin Luthers in Eisleben begeben. In Luthers Taufkirche, der Sankt Petri- und Pauli- Kirche, hat unsere Gruppe einen Tauferinnerungsgottesdienst gefeiert, der von Frau Kessels und Herrn Pfr. Falk gestaltet wurde.

Die in strahlendem Weiß gehaltene Kirche zeichnet sich dadurch aus, dass vor dem großen Altar neben dem Taufbecken, in das Teile des alten Beckens, in dem Martin Luther am 11. November 1483  getauft wurde, eingebaut worden sind, ein Taufbecken für Erwachsene in den Boden eingelassen worden ist.

In diesem Taufbecken können dem Jugendliche oder Erwachsene in der Taufe versinken, um durch die Taufe neu im Leben „auftauchen“ zu können.

Unsere Gruppe erlebte einen bewegenden Gottesdienst. Wir haben unserer Taufe gedacht und haben  auf die Zusage Jesu im Matthäusevangelium gehört, er werde bei uns sein, wenn wir zu den Menschen gehen. Nach Liedern, Gebeten und einer kleinen Verkündigung, haben wir Wasseraus dem Taufbecken durch die Reihen gegeben, mit dem jede Teilnehmerin/jeder Teilnehmer seine Stirn oder Handfläche benetzen und sich mit den Worten: „Ich bin getauft“ seine/ihre eigenen Taufe vergegenwärtigen konnte.

Sehr eindrücklich und tief berührt haben die Teilnehmer/innen der Freizeit diesen Gottesdienst erlebt und wurden mit freundlichen Segenswünschen von Pfarrerin Simone Carstens-Kant, der Leiterin des Taufzentrums Eisleben, verabschiedet.

Der letzte  Abend im Kloster Helfta wurde mit vielen Eindrücken nach einem lebendigen und sonnendurchfluteten Tag eingeläutet.

Unter diesem Link kann im Internet das Taufzentrum erlebt werden.

Text und Bilder: Wolfgang Kessels
Text zum Tauferneuerungsgottesdienst: Roland Falk

 

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