St. Hedwig - News 21. April 2017

"Sie ist wieder im Dienst!"

St. Hedwig, Gräselberg

Nach monatelangem Schweigen ertönt seit dem Osterfest die Glocke des katholischen Gemeindezentrums St. Hedwig wieder, um die Gläubigen zusammenzurufen. Nach einer Lebenszeit von gut 800 Jahren war eine längere Reparatur und gründliche Überholung nötig. Sie ist die älteste Glocke von Wiesbaden und eine (ständige) Leihgabe von St. Bonifatius.

1180 wurde sie wahrscheinlich vom Wormser Gießer Conrad gegossen und dem Kloster Tiefenthal bei Eltville übergeben. Sie wiegt 140 kg und trägt die Inschrift: „AVE MARIA GRATIA PLENA DOMINUS OSANNA IN EXELCIS“ (Sei gegrüßt, Maria, voll der Gnade. Der Herr [ist mit Dir] – hosanna in der Höhe!)

Der Herzog von Nassau schenkte 1849 die Glocke der neugebauten Bonifatius-Kirche in Wiesbaden als „Arme-Sünder-Glocke“. Im 2. Weltkrieg wurde sie zur Einschmelzung nach Hamburg transportiert, kam jedoch 1947 wohlbehalten nach Wiesbaden zurück.

Durch Vermittlung des ehemaligen Küsters von St. Bonifatius wurde sie zum Gräselberg gebracht und läutete ab dem 16. Oktober 1966 zur Eröffnung der damaligen „Hedwigs-Notkirche“. Am 10. Jahrestag der Gemeindegründung, dem 20. September 1974, erklang sie zum ersten Mal im Glockenstuhl des neugebauten Gemeindezentrums an der Erich-Ollenhauer-Straße 40.

Am Ostermontag begrüßten die Christen der Gemeinde ihre alte Glocke mit einem kleinen Empfang nach der Messe. Bei Wein und „Glockenkeksen“ kam man miteinander ins Gespräch und manch einer wurde angeregt, sich an dem Quiz um die Glocke zu beteiligen.

Sie wird jetzt wieder jeden Tag um 12:00 Uhr zum Angelus-Gebet läuten und (wer bei den Quizfragen unsicher war): Sie ist 60 cm hoch und erklingt in der Tonhöhe FIS.

Text: Gabi Wegerich
Fotos: Pia Münch

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