St. Peter und Paul - News 21. April 2017

"Und jetzt geh!"

Der Weg durch die Fastenzeit zu Ostern in St. Peter und Paul

Der Startschuss fiel am Aschermittwoch, ein Transparent unter der Empore gespannt, lud ein, sich auf den Weg zu machen.

An jedem Fastensonntag kam ein Wegweiser hinzu, der den weiteren Weg anzeigte. In den Evangelien der Fastensonntage sind viele Begegnungen mit Jesus beschrieben. Diese Begegnungen haben die Menschen verändert. Sie gehen ihren Weg anders weiter.

Am 1. Fastensonntag begegnet Jesus dem Teufel und entscheidet sich für den „Unbequemen Weg“ und gibt dem Versucher nicht nach.

Am 2. Fastensonntag gehen die Jünger nach der Verklärung auf dem Berg ins „Hier und Jetzt“ und gestalten ihren Alltag im Wissen um das, was einmal sein wird.

Die Frau am Jakobsbrunnen (3. Fastensonntag) geht gestärkt aus dem Gespräch mit Jesus hervor, der ihr einen „Neuanfang“ ermöglicht.

Am 4. Fastensonntag gehen dem Blindgeborenen die Augen auf und er geht auf dem Weg der „Erkenntnis“, dass Jesus der erwartete Messias ist.

Die Auferweckung des Lazarus (5. Fastensonntag) beschreibt den Weg „Vom Tod zum Leben“ und lässt Ostern schon einmal aufblitzen.

Am Palmsonntag gestalten die Kinder der Kita St. Gabriel mit einer Krone und Palmzweigen ein Gitter. Es ist Zeichen für die falschen Vorstellungen, in denen wir manchmal gefangen sind: Viele haben von Jesus erwartet, dass er ein politischer König ist, der mit Macht und Gewalt die Zustände ändern wird.

In der Fußwaschung am Gründonnerstag und durch die Einsetzung der Eucharistie beim Letzten Abendmahl hat Jesus diese falschen Vorstellungen, unser Gefangensein aufgebrochen. Zum Zeichen dafür haben wir das Gitter, hinter dem die Wegweiser standen, in der Feier zerschnitten. Jesus hat uns schon aus unseren Gefängnissen befreit, nur wir können es noch nicht immer gleich erkennen.

Am Karfreitag haben wir das Gitter aufgebrochen und den toten Jesus zur Kreuzesverehrung hineingehängt.
„Durch Dein Gefängnis, Gottes Sohn, muss uns die Freiheit kommen. Dein Kerker ist der Gnadenthron, die Freistatt aller Frommen, denn gingst du nicht die Knechtschaft ein, müsst unsre Knechtschaft ewig sein“. Dieser  Choral aus der Johannes-Passion von J. S. Bach eröffnet uns, wie der Tod Jesu zu verstehen ist, und was er für uns bedeutet: Er schenkt uns die Freiheit, er befreit uns aus unseren Zwängen und Unfreiheiten und letztlich sogar vom Tod.

Anstelle des Korpus Christi steht seit der Osternacht die Osterkerze in dem aufgebrochenen Gitter und gibt Zeugnis davon, dass das Leben siegt: Jesus ist wahrhaft auferstanden.

Die Gitterpostkarte (Herkunft nicht feststellbar) erhielten alle Gemeindemitglieder bei der Kreuzverehrung
Die Osterkerze entstand wieder Gründonnerstag nach dem Abendmahl
Viele bunte Wachsmosaikflecken lassen in der Mitte das weiße Kreuz erscheinen, genauso wie viele Gemeindemitglieder gemeinsam Gemeinde gestalten, zum Kreuz hin und wieder zurück in die Gemeinschaft.
Allen Gemeindemitgliedern wünschen wir den Segen des Auferstandenen!

Text: Marianne Brantzen
Fotos: Wolfgang Kessels und Marianne Brantzen

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