St. Klara - News 10. Dezember 2017

Wenn der Goethe mit dem Schiller Thüringer Wein trinkt

Kulinarische Weinprobe in St. Klara

8 Weine und einen Sekt – allesamt aus Thüringen standen am Freitag, den 24.11. 2017 bei der traditionellen Weinprobe von St. Klara zur Probe an. Die Weine hatte das Ehepaar Rollig bei einer Kurzreise direkt aus Thüringen importiert. Die Winzergenossenschaft Saale/Unstrut in Freyburg bietet unter der Marke „Werkstück Weimar“ seit einigen Jahren Weine verschiedener Rebsorten aus einem großen Weinberg gelegen am nördlichen Stadtrand von Weimar (Weimarer Poetenweg), an. Dies sind hervorragende, sämtlich trocken ausgebaute Weine, von denen fünf zu probieren waren.

Das Thüringer Weingut Bad Sulza, das größte Privatweingut Thüringens, erzeugt auch einige halbtrockene und süße Weine aus Reblagen in Bad Sulza, in Auerstedt und nördlich von Jena (die letzten beiden Namen bekannt nach der bedeutenden Schlacht Napoleons gegen die Preußen im Jahr 1806), die die Probenfolge in Richtung „halbtrocken und mild“ ergänzten.

Als warme Grundlage nach dem Begrüßungssekt aus Bad Sulza servierten die Damen des Festausschusses einen „stolzen Heinrich“: eine original Thüringer Rostbratwurst (vom Ehepaar Heuss direkt aus Magdala, zwischen Weimar und Jena gelegen,  mitgebracht), Schwarzbiersauce, Kartoffelpurée und Rotkraut.

Nach einleitenden Informationen zum Weinbau in Thüringen und zu den zu verkostenden Weinen durch Dr. Rollig rückten die Herren Goethe und Schiller in den Vordergrund des Geschehens. Das Ehepaar Rollig hatte einen sehr interessanten und vor allem brillant geschriebenen Aufsatz von Dr. Mathias Mesenhöller über die Zeit der beiden Poeten in Weimar entdeckt (GEO EPOCHE Nr. 79 Deutschland um 1800, S.100 bis 115), den es gekürzt abwechselnd dem sehr interessiert lauschenden Publikum vortrug. Manche Erinnerungen aus dem Deutschunterricht der Schulzeit wurden wiedererweckt, jedoch auch viel Neues eröffnet. Dazwischen gab es immer wieder einen weiteren Wein zu probieren.

Ein Rundgang durch das heutige Weimar anhand von Bildern, die Dr. Rollig im letzten Jahr bei  einem Besuch dort geschossen hatte, rundete die Thematik „Goethe und Schiller“ ab – noch nicht ganz.

Kurz vor dem letzten Wein, einer Auslese aus der Lage Auerstedt – den „Drüberstreuer“ zu einem Stück Apfel- oder Quittenkuchen, brachten Frau Herz und Frau Märtin das bislang über die beiden Dichter gehörte humoristisch auf den Punkt, in dem sie den Schwank „Schiller und Schaller“ zum Besten gaben, begleitet von viel Beifall der 50 Besucher der Veranstaltung. Deren einhelliges Urteil: „eine sehr gelungene Weinprobe“.

Text und Bilder: Dr. Wolfgang Rollig

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